Berlin 2010

Bericht über das Einführungswochenende in Berlin

altDas Auftaktwochenende für das Schülerkolleg 2010 in Berlin war ein voller Erfolg, das Feedback der 30 begeisterten Kollegiaten durchweg positiv. „Super, dass ich für dieses spannende Programm ausgewählt wurde“, freut sich die 15-jährige Olga Recio-Ariza, die aus Frankfurt/Main angereist ist. In ihrem Wunsch, eine diplomatische Karriere anzustreben, wurde sie durch zahlreiche Gespräche voll bestätigt. Nicht nur sie konnte viele neue Eindrücke und Impulse für die bald anstehende Studien- und Berufswahl mit nach Hause nehmen.

Das Einführungswochenende für den zweiten Jahrgang des Förderprogramms des Tönissteiner Kreises, seines Studentenforums und der Robert Bosch Stiftung diente dazu, gleich am Anfang eine Übersicht über die Vielfalt der Berufsfelder mit internationaler Ausrichtung vorzustellen. Zusätzlich gab es viel Raum für viele erstaunlich reflektierte Fragen und Gedanken der jungen, sehr interessierten Schüler. Besonders geschätzt wurde von den Kollegiaten die Möglichkeit, persönlich mit berufserfahrenen Gesprächspartnern zu kommunizieren und ohne Scheu das Wissen der Experten anzuzapfen. „Es war klasse, dass uns alle so offen geantwortet haben“, lobt Rebecca Swalve (17) aus Halle. Auch Peter Schmid (17) aus Stuttgart ist positiv überrascht. „Die Du-Ebene in den Gesprächen mit den Berufsprofis war sehr angenehm und hat beispielsweise das Amt des Diplomaten für mich entmystifiziert. Ich hatte sehr viel Respekt davor, habe mich so aber auch getraut, Persönliches zu fragen.“ Gelernt hat er, dass man unbedingt seinen Neigungen folgen und offen sein soll. Sein Wunsch ist es, Politikwissenschaft zu studieren und bei einer NGO zu arbeiten.

altFür die meisten Schüler war der Besuch im Auswärtigen Amt und ganz besonders das Gespräch mit dem Tönissteiner Marcus Bleinroth (Stellvertretender Leiter des Referats für internationale Wirtschafts- und Finanzpolitik) ein Highlight. Auch weil es - nicht nur für Schülerin Hülya Erbil- ganz neue Erkenntnisse brachte: „Der Diplomatenberuf ist absolut familienunfreundlich, das war mir nicht klar. Ständig muss man umziehen. Familie und Kinder haben für mich Priorität, die Diplomatenlaufbahn kann ich für mich nun ausschließen,“ fasst die Stuttgarterin zusammen, was sie gelernt hat. Für Anwar Al Assadi, ebenfalls aus Stuttgart, machen gerade die vielen Ortswechsel den Reiz dieser Karriere aus: „Ist doch toll, wenn man alle drei Jahre etwas Neues kennen lernt“, findet der 18-Jährige.

Bis zur Abschlussdiskussion am Sonntag in der Europäischen Akademie Berlin mit dem Tönissteiner Dr. Jan Grünhage (Auswärtigen Amt in Paris) zeigten sich die Schüler wissbegierig und engagiert. Am Beispiel des Themas „Europäische Identität“, das Grünhage sehr anschaulich und differenziert vorstellte, wurde eines der prägnanten Charakteristika des Tönissteiner Kreises geübt: die Diskussionskultur des freien Redens. Die Schüler setzten das von- und miteinander lernen erfolgreich um und hatten sichtlich Spaß an dem Gedankenaustausch. „Wir sind wirklich eine gute Truppe“, bringt Anna-Sophie Gordon (18) aus Berlin die Gruppendynamik auf den Punkt.

Zu den Exkursionen des Einführungswochenendes gehörte unter anderem der Besuch der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. und eine Fahrt nach Potsdam ins Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ). Zahlreiche Gesprächs- und Diskussionsrunden mit Tönissteinern rundeten das dreitägige Programm ab. Die einzige Kritik der Schüler an dem zeitlich sehr straff organisierten Programm fasst die Regensburgerin Julia Sterner (16) stellvertretend für alle Teilnehmer so zusammen: „Schade, dass Diskussionen mit Referenten aus Zeitmangel oft abgewürgt werden mussten. Wir hätten gerne noch so viel mehr erfahren.“ Weiter geht es für die Schüler im April mit einem Verhandlungsworkshop, die Vorfreude der Kollegiaten auf das nächste gemeinsame Wochenende in Bonn ist bereits groß.