Brüssel 2010

Bericht über das Abschlusswochenende in Brüssel

Das Abschlusswochenende des Schülerkolleg International führte die Teilnehmer vom 07. bis 10. Oktober 2010 nach Brüssel. Ganz im Zeichen der „Europäischen Hauptstadt“ drehten sich die zentralen Themen der Diskussionen, Vorträge und Workshops um die Funktionsweisen der europäischen Institutionen und Karrieremöglichkeiten bei der EU. Beginnend mit einer gemeinsamen Busfahrt von Köln nach Brüssel am Donnerstag erwartete die Schüler während der nächsten drei Tage ein intensives Programm.

Im Gespräch mit Mitarbeitern der EU-Kommission erhielten sie einen Einblick in den Arbeitsalltag von Kommissionsbeamten, konnten aber auch tagesaktuelle politische Fragestellungen diskutieren, wie etwa die Ausweisung rumänischer Roma aus Frankreich. Ähnlich politisch ging es bei einer Veranstaltung in den Räumen des BDI/BDA zum Thema Lobbyismus in der EU zu. Die geschätzte Anzahl der Brüsseler Interessenvertreter beeindruckte, und ihre Rolle wurde Gegenstand kontroverser Diskussionen. Einblicke in eine etwas andere Interessenvertretung gab es bei der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der EU. Im Gespräch mit deutschen und österreichischen Diplomaten wurde deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit über Staatsgrenzen hinweg sein kann. Ein Besuch in der hessischen Landesvertretung machte dagegen klar, dass auch Bundesländer als politische Akteure in Brüssel präsent sind, während eine Diskussion mit EU-Palamentarierinnen den Schülern Wege zu eigenem politischen Engagement in Europa aufzeigte.


Im Rahmen eines Planspiels zum Gesetzgebungsverfahren auf europäischer Ebene konnten die Schüler ihr neugewonnenes theoretisches Wissen anwenden und selbst in die Rollen der Kommission, des Parlaments sowie der Presse schlüpfen und eine Richtlinie zu ökologischen Fragestellungen erarbeiten. Im Rahmen einer Oxford-style debate trainierten sie außerdem ihre politische Schlagfertigkeit – unter echt britischer Anleitung.


Um im Zuge des intensiven inhaltlichen Programms die Aufnahmefähigkeit zu erhalten, waren die Abende den leichteren Dingen des Lebens gewidmet: Spaziergänge durchs nächtliche Brüssel, ein Jazzkonzert und Improvisationstheater im Rahmen des Abschlussabends boten die Gelegenheit,  abseits der offiziellen Programmpunkte Eindrücke auszutauschen und Bekanntschaften weiter zu vertiefen.

In den Rückmeldungen der Schüler wurde vor allem deutlich, wie wenig die Brüsseler Institutionen von Deutschland aus einzuschätzen sind. Die Exkursion in die europäische Hauptstadt stärkte deswegen bei den meisten nicht nur das Gefühl für die europäische Dimension, sondern auch das Zutrauen in die eigenen Möglichkeiten sich dort einzubringen.
 
Der ausführliche Bericht zum Brüssel-Wochenende findet sich hier.