Berlin 2012

Bericht über das Einführungswochenende in Berlin

altErwartungen sind eine ganz natürliche Einstellung, wenn eine neue Erfahrung bevorsteht. Eine ganz neue Erfahrung war für die Kollegiaten des Schülerkollegs International 2012 das Auftaktwochenende in Berlin vom 7. bis 11. März, entsprechend stellten sich auch die Erwartungen ein: Die Kollegiaten hofften, dass das Jahr spannend und lehrreich sein würde und dass sie ihren Horizont erweitern können, aber auch, dass sie viele interessante Kontakte knüpfen können. Mit diesen Erfahrungen im Koffer reisten die dreißig Kollegiaten im März 2012 zur Europäischen Akademie Berlin, wo sie ein Auftaktwochenende erleben würden, dass alle Erwartungen übertraf.

Der erste Abend begann mit einer Begrüßung vonseiten des Schülerkolleg-Teams und setzte sich nach dem Abendessen mit diversen Kennenlern- und Teambuildingspielen fort. Daraufhin stellte das SKI-Team das Jahresprogramm und das Leitthema „Migration“ sowie die Ziele des dritten Schülerkolleg International-Jahrgangs vor, außerdem das Studentenforum im Tönissteiner Kreis und die Robert-Bosch-Stiftung. An diesem Abend hatten die Kollegiaten die Möglichkeit, sich kennenzulernen- eine Möglichkeit, die ausgiebig genutzt wurde und mit interessanten Gesprächen bis in die Morgenstunden fortgesetzt wurde.

Der folgende Tag brachte sogleich das erste Highlight des Berlinwochenendes mit sich: Ein Besuch beim Auswärtigen Amt mit einem Gespräch mit Marcus Bleinroth, dem stellvertretenden Referatsleiter des Referats für internationale Wirtschafts- und Finanzpolitik über seine Arbeit und die Rolle Deutschlands auf europäischer und internationaler Ebene. Die interessierten Schülerinnen und Schüler stellten dem Tönissteiner viele gut durchdachte Fragen, die dieser sehr offen beantwortete.  Der Frageandrang der Schüler riss auch bei einem Gespräch im Bundespresseamt mit der Referentin im Arbeitsstab von Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Gonca Türkeli-Dehnert, nicht ab. Eine intensive Debatte über Integration und religiöse Vorurteile war das Resultat. Nach dem Mittagessen erwartete den dritten Jahrgang des Schülerkollegs International eine Hausführung im Bundeskanzleramt und ein anschließendes Gespräch im Deutschen Bundestag mit Henry Alt-Haaker, dem Büroleiter von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, über seine Arbeit, Karrieremöglichkeiten und -voraussetzungen sowie die Rolle des Bundestags im politischen System Deutschlands. Den Tag schloss die Gruppe mit einer Besichtigung der Reichstagskuppel, einem Spaziergang zum Brandenburger Tor und über die Straße Unter den Linden sowie einem Abendessen im Restaurant „12 Apostel“ ab, wobei auch zu später Stunde die Diskussionen und Gespräche keineswegs schwerfälliger wurden.

Der Freitag war dem Axel-Springer-Verlag und der Axel-Springer-Akademie gewidmet. Dort besuchten die Kollegiaten die Redaktion der BILD-Zeitung und begaben sich in Gespräche mit Journalisten und Nachwuchsjournalisten sowie dem stellvertretenden Direktor der Axel-Springer-Akademie, Rudolph Porsch. So ergab sich die Möglichkeit, die Rolle der Zeitungen aus dem Axel-Springer-Verlag in Gesellschaft und Politik, die Karrieremöglichkeiten eines Journalisten und seinen Arbeitsalltag sowie die Voraussetzungen, die man für diesen Beruf mitbringen muss, kennenzulernen und zu besprechen. Ein Höhepunkt dieses Tages war auch das Gespräch mit einem Psychologen aus der Personalabteilung, der mit einem der Schüler ein Bewerbungsgespräch simulierte und auf Fehler und Stärken im Bewerbungsprozess hinwies. Dieser gelungene Tag in der Medienwelt, der den Schülern den Weg zur Arbeit in den Medien aufzeigte, wurde mit einem Abendessen im türkisch-anatolischen Restaurant „Öz Adana“ in Berlin-Neukölln abgeschlossen.

Passend zum Jahresthema „Migration“ war die Omar Ibn Al-Khattab Moschee in Berlin-Kreuzberg der erste Programmpunkt am Samstag. Die Moscheeführung und das Gespräch mit Herrn Ucan, einem Mitglied dieser Moschee, gestattete es den Kollegiaten, einen Einblick in die islamische Kultur zu gewinnen. Auf den Moscheebesuch folgten ein Kiezspaziergang mit Ilse Wolter und ein Besuch im Quartiersmanagement, bei dem das Thema „Migration“ im Kontext der Stadtentwicklung diskutiert wurde. Am Nachmittag ging es dann an die erste Besprechung der Jahrespublikation, in der Texte der Kollegiaten zu ihrem Schülerkolleg International-Jahr veröffentlicht werden. Es erfolgte eine Besprechung und Sammlung verschiedener Ideen und eine Bildung von Arbeitsgruppen. Am Abend gab es eine Dinner Speech zur Arbeit des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Migration und Integration von Dr. Gunilla Fincke, der Geschäftsführerin des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration GmbH. Am Abend gesellten sich dann weitere Mitglieder des Studentenforums und des Tönissteiner Kreises in der  Europäischen Akademie zur Gruppe, so dass es während und nach dem Abendessen die Möglichkeit zum weiteren persönlichen Austausch und zur Kontaktknüpfung gab.

Am letzten Tag des Auftaktwochenendes in Berlin fand ein „Markt der Möglichkeiten“ statt, der Informationen zur internationalen Ausrichtung von Ausbildung und Beruf an verschiedenen Ständen bereit hielt. Nicht nur Flyer und Broschüren wurden angeboten. Die Schülerinnen und Schüler hatten auch die Chance, mit Mitgliedern des Studentenforums und des Tönissteiner Kreises in Kontakt zu treten und von deren Erfahrungen im Ausland zu lernen. Als letzter Programmpunkt stand ein Gespräch mit Nikolaus von Peter über die Arbeit im Bundeskanzleramt als Beamter der Europäischen Kommission. Nach einem gemeinsamen Mittagessen reisten die Kollegiaten des Schülerkolleg International 2012 ab, zurück in ihre Heimatstädte, verstreut über ganz Deutschland. Jeder einzelne von ihnen konnte an diesem Wochenende neue Eindrücke und Impulse sammeln, die ihm bei der bald anstehenden Studien- und Berufswahl sicherlich behilflich sein werden, und hatte zudem noch viele neue Freunde gefunden und Kontakte geknüpft. Aber was noch viel wichtiger war: Alle Erwartungen wurden übertroffen, und die Kollegiaten konnten das nächste Wochenende in London kaum mehr abwarten!