Berlin 2011

Bericht über das Einführungswochenende in Berlin

Mittwoch, 16.03.2011 - ein regnerischer Märztag. Doch genau dieser Tag sollte das Einführungswochenende für den zweiten Jahrgang des Förderprogramms des Tönissteiner Kreises, seines Studentenforums und der Robert Bosch Stiftung, einleiten. So wurde die Gruppe im Gasthaus in Berlin Köpenick immer größer und die Gespräche immer lauter. Von Anfang an herrschte eine enthusiastische Stimmung, die sich sehr auf die kommenden Tage und das vielfältige Programm freute. Nach dem Abendessen ging es mit einer gecoachten Kennenlernrunde weiter. Die Offenheit unter den Kollegiaten war überwältigend - man fühlte sich in dieser großen Gruppe direkt aufgenommen und heimisch.

Am frühen Donnerstagmorgen ging es dann zum Auswärtigen Amt, wo uns die Tönissteiner Peter Kettner und Marcus Bleinroth über den Beruf und Alltag eines Diplomaten unterrichteten. Weitere Termine des Tages standen im Bundeskanzleramt und im Bundestag an. Ein Highlight des Tages war wohlmöglich der kurze aber spontane Gruß der Kanzlerin, die heimlich durch ihr Büro zu huschen schien. Im Bundestag gab es die Gelegenheit, einer Plenarsitzung beizuwohnen.

Das Schülerkolleg 2011 stand unter dem Stern „Energie 2030“ - freitags wurde dieses Thema besonders intensiv bearbeitet. Das Schülerkolleg besuchte nicht nur die Deutsche Energie Agentur, wo mit dem Referenten über die realistische Umsetzung des EEG diskutiert wurde, es verschlug die Schüler auch knapp eine Woche nach der Fukushima-Katastrophe direkt in das Herz der deutschen Moratoriums-Debatte - dem Bundesministerium für Reaktorsicherheit. Weiter ging es mit dem Besuch der Axel-Springer Akademie im Herzen Berlins. Angekommen im Traditionsverlag konnten auch provokante Fragen an den BILD-Referenten gestellt werden, bevor dann ein dreistündiger Journalismusworkshop in der Axel Springer Akademie den Kollegiaten die journalistische Arbeit nahebrachte.

Der Samstag war ganz der Rettung des Weltklimas gewidmet - in einem Planspiel zur internationalen Klimapolitik debattierten die Schüler von morgens bis in den späten Nachmittag hinein, wie das auslaufende Kyoto-Protokoll erneuert werden könnte. Einen Schritt vor, zwei zurück - nach diesem Muster verliefen die Verhandlungen über die Referenzjahre, die Prozentsätze zur Reduktion des CO2-Ausstoßes und natürlich auch um die Vormachtstellung der USA und Chinas. Hier wurde den Kollegiaten klar, wie schwer und langatmig Verhandlungen im internationalen Kontext sein mussten und das auch nur das kleinste Einknicken als diplomatische Schwäche gedeutet werden kann.

Sonntag war Tag der Verabschiedung, doch das Programm war noch nicht fertig, denn an diesem morgen wurden die Schüler beim „Markt der Möglichkeiten“ über Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen, informiert. Mit großen Augen und Ohren hörten sie den Vorträgen der studentischen Teamer zu und waren sehr von ihrem Enthusiasmus für internationale Tätigkeiten und Berufsfelder angesteckt. Spätestens hier war allen Schülerkollegiaten klar - „das möchte ich auch mal machen“.