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Diplomatie und Politik

Die Stärke der Diplomatie

Iran-Abkommen, Nordkoreas Zukunft, Gefährdung des transatlantischen Verhältnisses durch den aufkeimenden Handelsstreit zwischen der EU und den USA, Krieg in der Ostukraine, Krieg in Syrien und im Jemen, Nahost-Konflikt, Russlands Beeinflussung von Wahlen in westlichen Staaten…

Die Liste der Konflikte, in denen Diplomatie und Ausgleich durch von Diplomaten ausgeführten Dialog vonnöten ist, ließe sich ewig fortführen, nicht zuletzt durch die von populistisch geprägten Regierungschefs wie Donald Trump verstärkt genutzte bilaterale Gesprächsführung, die gefährliche und für Partner nicht selten ernüchternde Alleingänge mit sich bringt. Somit werden in der bipolaren Welt von heute die Karten der Dialogformen zwischen Staaten neu gemischt, vorwiegend hervorgerufen durch Regierungen, die mit dem Hergebrachten, also auch mit den Werten des sogenannten Establishments, das sie ersetzen wollen, abrechnen. Wozu dies führen kann, zeigt sich in der offensichtlich wenig überdachten Annäherung der USA an Nordkorea, welche im gemeinsamen Treffen von Trump und Kim ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden hat. Eine solch magisch scheinende Kehrtwende offenbart zugleich das Kernproblem, mit dem sich die Diplomatie als politisches Mittel zur Verbesserung von Beziehungen zweier oder mehr Staaten konfrontiert sieht. Die Arbeit von Diplomaten und Unterhändlern im Hintergrund ist nicht in der Lage, ähnlich glorreiche Bilder zu kreieren wie die, die jüngst in Singapur zu sehen waren. Diplomatie erscheint im Vergleich zur Ad-hoc-Politik eines Donald Trump träge, langsam und ineffizient. Nicht vergessen werden sollte der stets von Kritikern genannte finanzielle Aufwand, um intensive diplomatische Beziehungen in alle Welt zu unterhalten. Es ist einfach, ein System zu kritisieren, das sich z.T. mehr als ein halbes Jahr mit der Frage aufhalten kann, wie ein bestimmter Satz in einer gemeinsamen Erklärung formuliert werden sollte. Dabei wird allerdings nicht selten außer Acht gelassen, dass besonders diese Genauigkeit im Kleinsten dazu führt, dass Absprachen und Übereinkünfte klare Verhältnisse schaffen und somit deutlich schwieriger zu unterwandern sind als symbolisch auf großer Bühne medienwirksam präsentierte Erklärungen, die letztendlich inhaltlich unverbindlich und beinahe wertlos sind. Nur die intensiven Austausch- und Vermittlungsprozesse der Diplomaten im Hintergrund, bei denen tatsächlich der Topos im Fokus steht, lassen über Generationen gewachsene Feindschaften und Konflikte entschärfen (wie gesehen beim über mehr als zehn Jahre lang ausgehandelten Iran-Abkommen). Dies ist deswegen beinahe ausschließlich im diplomatischen Rahmen möglich, da die Verhandler abseits von tagesaktuell-politischen Unwettern ihre Arbeit bewältigen und diese Form der Interaktion zwischen Staaten so passiert, dass keine Seite vor den eigenen Wählern einen für die politische Agenda negativ wirkenden Gesichtsverlust zu befürchten hat. Daraus lässt sich die eindeutige Conclusio ziehen, dass kein vernunftgeleiteter Staat dieser Welt auf die Stärken der Diplomatie verzichten kann, ohne selbst international Einbußen zu verzeichnen, auf welchen Betrachtungsebenen auch immer. Weiterlesen

My Case against Faith

Faith, more specifically a theistic paradigm based on a religious Holy Scripture or tradition, is belief in the absence of evidence and thereby ignorance elevated to a virtue. It poisons the very heart of our progressive society, which has long been deprived by science of the need for superficial and superstitious answers to the questions we humans are longing to understand by our very nature. We now know that our sentient species came about not at the hand of an almighty artificer, but by means of evolution. God did not create humans – humans created god. Likewise, it has been for millennia that rather than humans channelling by sermons the word of their revered deity, they have abused the concept of god to ultimately legitimize their efforts to achieve personal interests. So it has coincided that in every war fought and every crusade that ravaged ancient lands, the supposed omnipotent being, as confirmed by the particular priests and preachers, has been on each side respectively, affirming the virtuous warriors of their actions’ righteousness. And virtuous the crusaders were, by the standard of the Bible. And virtuous the modern Islamists are, judging from the eyes of their predecessor and prophet Mohammed. There may be forever those inherently evil humans that lack empathy or morals – but for a good human being to commit an atrocity in the conviction of their righteousness it takes faith. May that be a political ideology or religion, the unequivocal dogma arising from a paradigm of absolutism is the core of all problems facing humanity today. By no means am I trying to slander the names of those that choose to moderately practice a religion – I am merely challenging the prevailing systems of indoctrination and worship which pave the way for more radical forms of irrational and pernicious belief. My following criticism accounts only for the intrinsic nature of religion itself as well as its most common manifestations, as it would be futile to elaborate on all of the innumerable variations of practice found in our pluralistic society. Weiterlesen

Die EU und der globale Kampf gegen den Klimawandel

Der Klimawandel und seine globalen Begleiterscheinungen – Aber was hat die EU damit zu tun?

In einem ganz alten persischen Sprichwort heißt es: „Tropfen für Tropfen sammelt es sich und dann wird es zu einem See.“ Verstehen Sie was ich meine? Wenn jeder meint, dass sein Handeln nichts verändert, staut es sich an bis …….

Ohne Frage: Das Klima auf unserer Erde verändert sich. Die Temperatur ist in den letzten Jahren aufgrund der Zunahme von Treibhausgasen, welche der Mensch tagtäglich in die Luft bläst, gestiegen. Diese Gase lassen zwar die Strahlen der Sonne in die Atmosphäre eindringen, verhindern aber die Abstrahlung ins Weltall, weswegen diese auf der Erdoberfläche gefangen für eine Erhöhung der Temperatur sorgen. Weiterlesen

Europa als Heimat. Was kennzeichnet unsere europäische Identität?

In der Politik wird oft von den „Vereinigten Staaten von Europa“ gesprochen. Zentral bei dieser Vorstellung ist die Schaffung eines legitimen Staatenbundes aus allen Ländern der Europäischen Union. Landesgrenzen werden überwunden, Nationalismen beseitigt und eine neue europäische Identität geschaffen. Doch unsere Frage ist: Könnt Ihr, kannst Du, können wir uns mit diesem friedlichen Europa überhaupt identifizieren? Was kennzeichnet unsere Identität? Ist Europa unsere Heimat?

Die erste Debatte beginnt schon darüber, wie wir Europa geographisch überhaupt definieren. Vom Ural bis an die Adria, von norwegischen Fjorden bis zu griechischen Olivenfeldern, von Warschau bis nach Andalusien, alle haben eines gemeinsam: Sie befinden sich auf europäischem Boden. Doch gehören Staaten wie Russland und die Türkei noch zu Europa? Diese Fragen werden oft in der Gesellschaft diskutiert, auch wenn uns der Geographieunterricht lehrt, dass die natürliche Grenze Europas am Uralgebirge in Russland bis zum Bosporus im türkischen Istanbul verläuft. Weiterlesen

Tödliche autonome Waffensysteme: Eine Kritik. Denn ein Leben ist mehr als eine binäre Option.

Killerbots – so nennen Aktivisten und NGOs die im Militärduktus als “tödliche autonome Waffensysteme” bezeichneten Kampfroboter, die mit fortschreitender technischer Entwicklung weiter in den Fokus prophylaktischer Vordenker geraten. Bereits 60 Staaten streben nach solchen Superwaffen, welche wir bis jetzt nur aus Filmen kennen. Doch sind Entscheidungen über Leben und Tod ohne humanen Input moralisch vertretbar?

Bei diesen Waffen handelt es sich um Maschinen, die ohne Befehl oder einer sonstigen menschlichen Entscheidung durch Algorithmen über den Einsatz potentiell tödlicher Waffengewalt entscheiden. Dadurch wird der Einsatz von Soldaten vermieden und somit enorm an Kosten und dem Risiko, Menschenleben Gefahren auszusetzen, gespart. Für Militärs ein Segen, sind diese Kampfgeräte in den Augen vieler eine Gefahr, welche nicht nur der Menschenwürde und jeglichen moralischen Standards entbehrt, sondern auch potenziell im  Konflikt den Tod unzähliger Unschuldiger bedeuten könnte. Weiterlesen

Umweltflüchtlinge. Die Flucht vor der Natur.

Hunger, Armut und Krieg sind den meisten als Motive zur Flucht aus der Heimat bekannt, daneben ist aber auch Umweltzerstörung als Ursache von Flucht und Abwanderung anzuführen. Das Problem: Das Konzept des “Umweltflüchtlings” bleibt verwaschen und die Datenlage unsicher, obwohl die Anzahl dieser stetig zunimmt.

Was ist ein umweltflüchtling?

Der Begriff des Umweltflüchtlings wird unterschiedlich verwendet, generell beschreibt er Menschen, die sich gezwungen sehen, ihre Heimat auf Grund ihrer zerstörten Umwelt zu verlassen.

Häufig besteht ein fließender Übergang von der Flucht vor der Umwelt zu anderen Abwanderungsmotiven. Flieht also jemand, weil sein Acker keine Bewirtschaftung mehr erlaubt, verlässt er seine Heimat, weil Alternativen zum Lebensunterhalt fehlen – also aus Armut. Wer flieht, weil aus ökologischen Problemen ein gesellschaftlicher Konflikt entstanden ist wie z.B. in Ruanda, flieht im Endeffekt vor Krieg und Gewalt.

So ist Umweltzerstörung ein wichtiges Abwanderungsmotiv neben vielen anderen, das sich aber nur selten als die einzige Fluchtursache anführen lässt. Weiterlesen

Globale Ungerechtigkeit

Die globale Ungerechtigkeit ist heutzutage größer als jemals zuvor in der Geschichte. 2017 besitzen die acht reichsten Menschen so viel wie die ärmere Hälfte der Menschheit – und die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Wie konnte es dazu kommen? Wodurch wird dieses Ungleichgewicht aufrechterhalten? Wie kann die Ungleichverteilung wirksam vermindert und der Weg zu einer gerechten Welt geebnet werden? 

Teil I: Ungerechtigkeit in der Geschichte

Die globale Ungerechtigkeit ist heute größer als je zuvor. Aber wo hat sie in der Menschheitsgeschichte ihren Ursprung? Wie hat sie sich entwickelt? Inwiefern wehrten sich die Menschen der Vergangenheit gegen Ausbeutung?

Egoismus als ein Urtrieb des Menschen – frei nach dem Motto „Survival of the fittest“

Survival of the fittest – der Stärkere überlebt. Es scheint, als wären der Egoismus und die Fixierung auf das eigene Wohlergehen Urinstinkte des Homo Sapiens. Neid, Missgunst und Eifersucht sind ursprüngliche menschliche Gefühle, die wohl schon in der Frühzeit das Verhalten unserer Art bestimmten. Ein prominentes Beispiel dafür ist die Eismumie „Ötzi“, die vor mehr als 5.000 Jahren in den Ötztaler Alpen einem Mordanschlag zum Opfer fiel. Das Ziel waren vermutlich seine wertvollen Besitztümer, an denen man sich bereichern wollte. Weiterlesen

Die Gruppendynamik und -atmosphäre im SKI

„Du warst bis jetzt die Einzige, mit der ich mich noch nicht unterhalten habe“ gab Mark einer der Schülerinnen zu bemerken – gerade einmal 48 Stunden war es her, dass sich das 24-köpfige Team zum ersten Mal gesehen hat. Ist das überhaupt möglich? Jugendliche von heute sind doch bekanntlich unkommunikative Wesen, solange sie nicht ihr Smartphone zur Hand haben. Das erste Treffen des SKIs 17/18 steht diesem Vorurteil klar entgegen, rege Kommunikation herrschte rund um die Uhr. Doch wie funktioniert das eigentlich? Weiterlesen

Jazz-Konzert in der Kunstfabrik Schlot

Bericht über das Seminarwochenende des Schülerkolleg International in Berlin vom 08.-12.11.17 mit Schwerpunkt auf dem Jazz-Konzert

Unser Seminarwochenende begann an einem Mittwoch. Viele von uns durchquerten an diesem Tag einmal die ganze Republik, die meisten mit der Bahn. Doch vor uns lagen drei sehr informative und lehrreiche Tage in unserer Hauptstadt. Nachdem wir uns also am Mittwoch bis 18 Uhr im Tagungshaus in Berlin-Kreuzberg eingefunden hatten, gingen wir gleich danach zum ersehnten Abendessen und dann zu den ersten Kennlernspielen über. In dieser Runde lernten wir uns gegenseitig besser kennen und es bestand aufgrund der unterschiedlichsten politischen Meinungen bereits reichlich Diskussionsstoff für die nächsten Tage, was allerdings von den Meisten als positiv empfunden wurde. Ebenso feierten wir in dieser Runde auch Marks Geburtstag.

Am nächsten Morgen dann, die Nacht war leider viel zu kurz, machten wir uns bereits sehr früh auf den Weg zu einer sehr interessanten Behörde, dem Auswärtigem Amt. Dort angekommen und nach flughafenähnlicher Sicherheitsüberprüfung stellten uns Markus Bleinroth, ein Referatsleiter, und Wiebke Rückert, Juristin, (beide Diplomaten) das Berufsbild und die vielfältigen Tätigkeiten eines Diplomaten vor. Danach hatten wir Zeit, ihnen Fragen zu stellen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Weiterlesen

Gehen 24 Jugendliche in das politische Berlin

Vor wenigen Tagen ist aus Berlin die Nachricht gekommen, dass die Sondierungsgespräche nach der Bundestagswahl abgebrochen wurden. In Zeitungen kann man noch immer viel darüber lesen, wie die Gespräche hätten verlaufen müssen. Viele Leute haben eigene Vorstellungen davon, wie die verschiedenen Politiker und Parteien nach der Wahl hätten handeln sollen. Auch darüber, wie die Regierungsbildung weitergehen müsste, gibt es viele unterschiedliche Meinungen.

Wer kennt diese Leute nicht- … man sitzt im Fußballstadion und es gibt immer diesen einen Zuschauer, der alles zu wissen glaubt. Er schreit sich die Seele aus dem Halse, auch wenn ihn keiner der Spieler hört. Wenn man ihm die Chance geben würde, würde er es sich auf dem Trainersessel gemütlich machen. Doch weiß es ein Einzelner nicht immer besser, deswegen gibt es eine ganze Horde von Beratern, so auch in unserem zentralen Regierungsorgan – dem Bundestag. Mehr als 700 Abgeordnete, die über Gesetzesvorschläge, aktuelle Entwicklungen und die Politik Deutschlands diskutieren, arbeiten dort zusammen. Außerdem gibt es in Ministerien, im Kanzleramt und auch in den Büros der Abgeordneten noch einmal mindestens dreimal so viele Mitarbeiter, die ebenfalls an dem großen Bild der deutschen Politik werkeln. Weiterlesen

Hochschulbildung für Flüchtlinge: Kirons Erfolgsrezept

Besuch des Schülerkollegs International 2017 bei Kiron

Gerade wir Jugendlichen bewundern Menschen, die gegen Missstände in unserer Welt ankämpfen: Ein Mensch namens Gandhi kämpfte für Freiheit, Frieden und Völkerverständigung; Martin Luther King setzte sich für Gleichberechtigung und die Abschaffung der Rassentrennung in den USA ein und Leonardo di Caprio kämpft für den Artenschutz von Walen im Pazifischen Ozean.

Doch manchmal reicht auch ein Blick in die Gründerkultur der letzten fünf Jahre, um von Leuten inspiriert zu werden, die Probleme in unserer Gesellschaft erkennen und mit ihren Ideen einen Beitrag für mehr Frieden, Gleichberechtigung und Fortschritt leisten: Willkommen in der Welt der Social Start-Ups!

Der Besuch des Schülerkollegs International beim Social Start-Up Kiron am 09.11.2017 hinterließ bleibende Eindrücke und hat viele von uns – fernab von vielversprechenden Karrieren im Ausland – zum Nachdenken über unser nachhaltiges Engagement in der Zukunft gebracht. Weiterlesen

Hinter den Kulissen des Bundestags

Ein Gespräch mit Frau Inga Frohmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Büro vom MdB Prof. Dr. Heribert Hirte (CDU/CSU-Fraktion)

Unser 19. Deutscher Bundestag! Das ist unser gemeinsam gewähltes Herz der Demokratie. Ganze 709 Abgeordnete aus sieben Parteien und sechs Fraktionen. Also “business as usual“? – Von wegen! Gerade jetzt nach der konstituierenden Sitzung wird sich vieles in den Grundsatzdebatten des Plenums ändern. Doch über seine gesetzgebende Funktion hinaus – wie läuft es wirklich im Bundestag?

Herr Prof. Dr. Heribert Hirte:

Auf seiner Website nennt sich Herr Hirte einen „echten Kölschen Jung“, da sein Lebensmittelpunkt trotz einiger Auslandsaufenthalte stets in seinem Heimathafen Köln geblieben sei. Sein Abitur und auch das Studium der Rechtswissenschaften legte er in Köln ab. Während seiner Studienzeit verbrachte er ein Jahr in Lausanne in der Schweiz. Danach folgte seine Promotion und eine Teilnahme am LL.M- Programm der University of California in Berkeley. Nach einigen Stationen an Gerichten – unter anderem als stellvertretendes Mitglied des Thüringer Verfassungsgerichtshofes – erhielt er im Jahr 2000 einen Lehrstuhl an der Universität Hamburg. Seit 2013 ist er nun als Direktkandidat des Wahlkreises Köln II im Bundestag für die CDU/CSU Fraktion vertreten. Zudem ist er seit dem Jahr 2014 für den katholischen Stephanuskreis als Vorsitzender aktiv. Dass Heribert Hirte als gläubiger Katholik sich trotzdem sehr für die „Ehe für alle“ eingesetzt hat, stellt seine Mitarbeiterin Inga Frohmann als besonders bemerkenswert heraus. Weiterlesen