Blog

Das Berlin-Seminar 2018 in Zahlen, Fakten und Anekdoten…

„Schätzt mal: Wie groß ist der Bundeshaushalt eigentlich?” fragt uns der Bundestagsabgeordnete Dr. Danyal Bayaz. Nervöses Murmeln, eine verhaltene Meldung. Die Antwort ist 335 Milliarden EUR – ich hätte es nicht gewusst.

Blicken wir zurück: Alleine oder in kleinen Gruppen trudelten die Teilnehmer/innen am Mittwoch ein und schleppten sich samt Gepäck die Treppen hoch. Die nächste Hürde: 25 Namen lernen, Teamer/innen nicht mitgezählt. Erleichterung: Ein Vorname taucht gleich dreimal auf. Doch das war auch nicht lange von Bedeutung, da die Personen hinter den Namen um einiges interessanter waren.

Weiterlesen

Warum uns die Digitalisierung in der Bildung enorm helfen könnte.

Zugang von Bildung in einer digitalisierten Welt #digitalfuture

Jede/r, der/die heutzutage mal in der Schule war, kennt’s: Der Lehrer/die Lehrerin steht vorne am Smartboard oder Beamerwagen, drückt hilflos irgendwelche Knöpfe und gibt nach ein paar Minuten verlorener Arbeitszeit auf und kehrt schließlich zum „guten“ alten Frontalunterricht zurück. Leider.

Auf das Problem, dass die Lehrer/innen es nicht so sehr mit neuer Technik haben, brauche und möchte ich heute gar nicht eingehen. Viel mehr möchte ich darauf eingehen, welchen Zugang bzw. Möglichkeiten uns diese Technik bringen könnte.

Weiterlesen

Das Schülerkolleg International als Türöffner: Ein Blick in neue Räume

Als ich zum ersten Mal auf das Schülerkolleg International (SKI) stieß, fiel es mir schwer, den genauen Charakter dieses Programmes zu bestimmen. Jetzt nach dem ersten Seminar in Berlin habe ich drei Aspekte ausgemacht, die für mich das Schülerkolleg ausmachen.

Zuerst einmal ist da der Austausch mit zukunftsorientierten und engagierten Jugendlichen aus ganz Deutschland, der an und für sich schon sehr bereichernd ist. Danach steht die berufliche Orientierung. Denn das SKI bring die Teilnehmer/innen in direkten Kontakt mit Führungspersonen, zeigt verschiedene Bereiche auf, in unserer Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen und bietet durch den Markt der Möglichkeiten ganz konkrete Planungsmöglichkeiten.

Aber das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf der Auseinandersetzung mit dem Jahresthema, in meinem Fall der Digitalisierung. Weiterlesen

Unser Gespräch mit MdB Danyal Bayaz

Für uns war der interessanteste Programmpunkt das Gespräch mit dem Politiker Danyal Bayaz. Entgegen unserer Vorstellung eines typischen Politikers, der klischeehaft meist schon im Rentenalter mit einer großen Brille auf der Nase seine Zeitung liest, haben wir einen dynamischen, engagierten und jungen Mann getroffen. Der ehemalige Politik- und Wirtschaftsstudent hat ein türkisches und ein deutsches Elternteil, weshalb er sich als „Kind der Globalisierung“ bezeichnet.

Weiterlesen

Sie haben leider die falsche Partei gewählt – Wir korrigieren das für Sie!

Bitte was? Nun, so etwas könnte bald passieren, wenn wir unsere Wahlen und andere datenintensive Auslebungen unserer Demokratie nicht sinnvoll und effektiv schützen.

Doch der Reihe nach: Was ist überhaupt das Problem? 

Das Problem ist, dass mit der Erfindung des Internets und des digitalen Datenaustauschs, auch wenn es sich eigentlich nur um Einsen und Nullen handelt, die Problematik des Diebstahls nicht gebannt wurde. Und noch viel schlimmer: Es ist einfacher geworden, Angst und Schrecken zu verbreiten. Woran liegt das? Man muss zugeben, dass eine gewisse Teilschuld auch der öffentlichen Darstellung und Informationspolitik zukommt: 

Weiterlesen

Wie wir während des SKI 2018 die „Rechtsschutzversicherung unseres Grundgesetzes“ kennen lernten

Im Rahmen des Schülerkollegs International 2018 haben wir das Büro der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) in Berlin besucht.
Die Gesellschaft für Freiheitsrechte kämpft auf juristischer Ebene, also mit rechtlichen Mitteln, für Grund- und Menschenrechte in Deutschland und Europa. Sie beschreibt sich selbst als die „Rechtsschutzversicherung unseres Grundgesetzes“.

Weiterlesen

Nach dem Essen hacke ich die Bundestagswahl!

Demokratische Wahlen sind seit jeher das Ziel von Angriffen und Manipulationen. Im Kontext der Digitalisierung sind neue Angriffsmöglichkeiten von Wahlen entstanden. Ein großes Sicherheitsrisiko stellen die immer größeren Datenmengen und sensiblen Informationen da, die während einer Wahl verwendet werden.

So war z.B. die internetbasierte Wahlseite „Wahlweb Hessen“, in welche die Ergebnisse der einzelnen Stimmbezirke der Landtagswahl eingepflegt werden sollten, aufgrund eines Softwarefehlers am Wahlabend nicht funktionstüchtig. Dadurch wurden Stimmzettel vergessen und die Wahlergebnisse konnten zunächst nur geschätzt werden. Auch bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016 kam es zu Zwischenfällen: So beschuldigte die frühere US-Regierung Russland die Computer der Demokraten gehackt zu haben, um Donald Trump zum Wahlsieg zu verhelfen. Das Ergebnis der niederländischen Parlamentswahl 2017 wurde sogar wieder per Hand ausgezählt, um Hackerangriffe zu verhindern, da die zuvor verwendete Software zu anfällig für Manipulationen war.

Weiterlesen

Goldstandard

Was war das für eine Aufregung am Stichtag, ab dem die Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO, in Kraft trat. Infolge dieser DSGVO liefen E-Mail Postfächer über mit Mails unzähliger Unternehmen, die darum baten, einem weiter Newsletter schicken zu dürfen und auf ihre neuen Datenschutzrichtlinien verwiesen. Beim Aufrufen von Webseiten wurde man plötzlich gefragt, ob man Cookies akzeptieren würde und penetrant darauf hingewiesen, dass das persönliche Web-Erlebnis doch viel schöner wäre, wenn man personalisierte Werbung zulassen würde.

Diese Aufregung war nicht nur auf Webseitenbetreiber und Unternehmen aus der EU beschränkt, die Auswirkungen dieser Richtlinie reichte bis hin zu den Online Präsenzen US-amerikanischer Lokalzeitungen. Denn diese kann man nun nicht mehr aufrufen, wenn die URL preisgibt, dass man EU-Bürger ist. Um in der Branche zu bleiben: größere Medienunternehmen haben extra EU-Ausgaben kreiert, um keine rechtlichen Probleme zu bekommen und die ganz großen haben einfach Ihren Datenschutz so gestaltet, dass er mit der DSGVO zumindest nicht allzu sehr in Konflikt gerät.

Das, was sich um diese Richtlinie herum EU- und weltweit abspielte, geschieht in ganz vielen Branchen schon seit langem, ohne dass groß darüber berichtet wird. Innerhalb der EU geltende technische Industriestandards, Regelungen zur Produkt- und Lebensmittelsicherheit betreffend einzelne Inhaltsstoffe, Verarbeitungsweisen bis hin zu Gütesiegeln für Produkte, die sich Öko nennen wollen und teilweise sogar – wenn auch auf sehr niedrigem Niveau – Arbeitnehmerrechte werden vielfach außerhalb der EU umgesetzt, weil die betroffenen Unternehmen sonst nicht in die EU exportieren könnten.

Weiterlesen

EU – The best for YOU?

Mit einer Selbstverständlichkeit genießen wir, Bürger der EU, ein Leben in Sicherheit und Frieden: Reisen, grandiose Bildungs- und Berufschancen, sauberes Trinkwasser, einen hohen Qualitätsstandard und viele weitere Vorteile, welche das Bündnis der Europäischen Union mit sich bringt. Nichtsdestotrotz scheint es, als seien sich ein Großteil der Bürger dieser Privilegien nicht bewusst und spätestens seit dem geforderten Austritt Großbritanniens, dem Brexit, gibt es immer mehr Interessengruppen und Personen, welche sich für einen Austritt aus der EU aussprechen.

Doch ist das berechtigt? Was sind die Vorteile der EU und warum ist sie so bedeutsam für uns aber auch für die Weltpolitik? Welche Konsequenzen wird der Brexit haben?

Weiterlesen

Populism: visualised.

Empty as it may be, the hall roars. A man in his mid-fifties stands tall, his hair grayer than it should be. He declares, in the European Parliament in Brussels, the capital of the Kingdom of Belgium, a full member of the United Nations and the European Union: „Belgium is not a nation.“

As absurd and far from reality this sentence might be, Nigel Farage, a British member of the European Parliament, said it shamelessly in the European Parliament – again, in Brussels!- This small scene is the closest it could get to a visual definition of populism.

Weiterlesen

Work-life-roulette

Dialog zwischen Bauch und Kopf

Kopf: Hey Bauch, hast du schon gesehen, fast 11.000 Schritte bin ich heute schon gegangen. Meine Freundin Martina habe ich längst überholt. Beim Yoga war ich auch und gleich gibt’s das Low-Carb-Menü.

Bauch: Ach schön, freut mich, dass du so ausgeglichen bist. Ich mache derzeit Urlaub. Ich kann so richtig entspannen. Das Handy sagt, mir, wann es etwas zu Essen gibt, wann Zeit zum Schlafen und für Sport ist. Alles super easy für mich.

Kopf: Super, dass du so eine gute Work Life Balance hast, das ist ja auch total wichtig heute. Bei dem Stresspegel, dem wir ausgesetzt sind, muss man sich einfach feste Pausen einplanen.

Bauch: Jaja, du hast schon recht. Yoga hier, Slow Food dort, Slow life, life balance, balance for health. Wenn ich bei Google nach dem Wort „work“ suche, bekomme ich an zweiter Stelle „work life balance“ vorgeschlagen. Bei Spotify finde ich auf Anhieb über 20 Podcasts, mit Titeln wie „Your life rocks“ und „Love your living“. Doch wenn ich mein Gefühl frage, dann habe ich manchmal viel mehr Energie, als die App mir anzeigt und am nächsten Tag habe ich keine Lust auf Yoga und Mandalas malen.

Weiterlesen

Restriction of language

Science-based. Evidence-based. Diversity. Transgender. Vulnerable. Fetus. The Trump administration prohibited officials of the Centre for Disease Control and Prevention (CDC) to use these words and expressions in official documents that were being prepared for 2018th budget. For some expressions CDC workers were given alternatives such as “CDC bases its recommendations on science in consideration with community standards and wishes” instead of “science-based”. It is not the first time that the trump administration restricts the language used in official reports. Only a few months earlier, the White House decided that the expression “climate change” should be replaced by “weather extremes” and “climate change adaptation” by “resilience to weather extremes” in official documents. Reading these news, I had to think of George Orwell’s dystopia 1984 and I asked myself the questions: How does language and its restriction shape the nature of our thoughts and shared knowledge? What are the threads of language restriction in government reports?

Weiterlesen

Europäische Luft in Brüssel

25 Jugendliche aus ganz Deutschland treffen sich in Brüssel, um die EU und europäische Politik kennenzulernen. Während unserer freien Zeit haben wir uns über unsere Ideen für das Europa der Zukunft unterhalten und festgestellt, wie unterschiedlich unsere Ideen und Wünsche doch sind, genauso unterschiedlich wie die Teilnehmer. Gerade deswegen war unsere Zeit zusammen unglaublich spannend.

Unser Jahresthema heißt „Verwüstet? Vernetzt? Vereint? -Wie sieht die Welt von morgen aus?“. Mit dieser Frage hatten wir uns schon bei unserem Seminar in Berlin beschäftigt. Dort konnten wir viele Menschen kennenlernen, die sich auf verschiedene Arten für ihre Welt von morgen einsetzen. Jetzt sind wir in Brüssel auf dem Weg zum Europäischen Parlament (EP). Weiterlesen

Serien als Kulturgut der Moderne?

Wieso Serien viel mehr als nur Zeitvertreib sind

Bei welcher Staffel bist du? Das möchte die Serie aussagen. Die Entwicklung der Figuren ist bewundernswert! Wenn ich auf die Abende vom SKI zurückblicke, erinnere ich mich an leidenschaftliche Gespräche über Europa, Populismus, Russland, Trump und den Klimawandel, doch fast genauso aufgeweckt wurden verschiedenste Serien diskutiert, kritisiert und gefeiert. So habe ich mich gefragt, wieso Serien heutzutage eine so hohe Präsenz im Alltag zugeteilt wird. Weiterlesen

Diplomatie und Politik

Die Stärke der Diplomatie

Iran-Abkommen, Nordkoreas Zukunft, Gefährdung des transatlantischen Verhältnisses durch den aufkeimenden Handelsstreit zwischen der EU und den USA, Krieg in der Ostukraine, Krieg in Syrien und im Jemen, Nahost-Konflikt, Russlands Beeinflussung von Wahlen in westlichen Staaten…

Die Liste der Konflikte, in denen Diplomatie und Ausgleich durch von Diplomaten ausgeführten Dialog vonnöten ist, ließe sich ewig fortführen, nicht zuletzt durch die von populistisch geprägten Regierungschefs wie Donald Trump verstärkt genutzte bilaterale Gesprächsführung, die gefährliche und für Partner nicht selten ernüchternde Alleingänge mit sich bringt. Somit werden in der bipolaren Welt von heute die Karten der Dialogformen zwischen Staaten neu gemischt, vorwiegend hervorgerufen durch Regierungen, die mit dem Hergebrachten, also auch mit den Werten des sogenannten Establishments, das sie ersetzen wollen, abrechnen. Wozu dies führen kann, zeigt sich in der offensichtlich wenig überdachten Annäherung der USA an Nordkorea, welche im gemeinsamen Treffen von Trump und Kim ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden hat. Eine solch magisch scheinende Kehrtwende offenbart zugleich das Kernproblem, mit dem sich die Diplomatie als politisches Mittel zur Verbesserung von Beziehungen zweier oder mehr Staaten konfrontiert sieht. Die Arbeit von Diplomaten und Unterhändlern im Hintergrund ist nicht in der Lage, ähnlich glorreiche Bilder zu kreieren wie die, die jüngst in Singapur zu sehen waren. Diplomatie erscheint im Vergleich zur Ad-hoc-Politik eines Donald Trump träge, langsam und ineffizient. Nicht vergessen werden sollte der stets von Kritikern genannte finanzielle Aufwand, um intensive diplomatische Beziehungen in alle Welt zu unterhalten. Es ist einfach, ein System zu kritisieren, das sich z.T. mehr als ein halbes Jahr mit der Frage aufhalten kann, wie ein bestimmter Satz in einer gemeinsamen Erklärung formuliert werden sollte. Dabei wird allerdings nicht selten außer Acht gelassen, dass besonders diese Genauigkeit im Kleinsten dazu führt, dass Absprachen und Übereinkünfte klare Verhältnisse schaffen und somit deutlich schwieriger zu unterwandern sind als symbolisch auf großer Bühne medienwirksam präsentierte Erklärungen, die letztendlich inhaltlich unverbindlich und beinahe wertlos sind. Nur die intensiven Austausch- und Vermittlungsprozesse der Diplomaten im Hintergrund, bei denen tatsächlich der Topos im Fokus steht, lassen über Generationen gewachsene Feindschaften und Konflikte entschärfen (wie gesehen beim über mehr als zehn Jahre lang ausgehandelten Iran-Abkommen). Dies ist deswegen beinahe ausschließlich im diplomatischen Rahmen möglich, da die Verhandler abseits von tagesaktuell-politischen Unwettern ihre Arbeit bewältigen und diese Form der Interaktion zwischen Staaten so passiert, dass keine Seite vor den eigenen Wählern einen für die politische Agenda negativ wirkenden Gesichtsverlust zu befürchten hat. Daraus lässt sich die eindeutige Conclusio ziehen, dass kein vernunftgeleiteter Staat dieser Welt auf die Stärken der Diplomatie verzichten kann, ohne selbst international Einbußen zu verzeichnen, auf welchen Betrachtungsebenen auch immer. Weiterlesen