Ein polarisierendes Social Start-Up, welches versucht Digitalisierung als Schlüssel zur Integration zu nutzen und damit die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Das Start-up Kiron-Open Higher Education, das ein Online-Studienprogramm für Flüchtlinge entwickelt hat, um diesen eine Hochschulausbildung zu ermöglichen. Unser Schülerkolleg International-Jahrgang hatte die Chance, das Unternehmen zu besuchen und unsere brennenden Fragen zum Thema Digitalisierung und Co. beantworten zu lassen.

An einem kalten Freitagabend am 10.11.2018 warteten 25 Jugendliche vor der Geschäftsstelle von Kiron darauf, endlich einzutreten und ihren Wissensdurst zu stillen. Auch wenn viele nach dem langen Tag mit Zwischenstopps bei der Gesellschaft der Freiheitsrechte e.V. oder dem Reichstag müde waren, hatten wir immer noch die Motivation, mehr über die vielfältige Nutzung der Digitalisierung zu erfahren. Beim Eintritt der Geschäftsstelle fiel die imposante Architektur und Einrichtung auf und machte uns umso neugieriger, was sich hinter den Türen eigentlich erwartet. In einem der Büroräume warteten wir schließlich auf einen Mitarbeiter des Start-ups, um mehr über das zu diesem Zeitpunkt unbekannten Unternehmen zu erfahren. Ein Referent im legeren Kleidungstil betrat den Raum und startete uns mehr über Kiron zu erzählen und was das junge Start-up bisher eigentlich geleistet hat.
Kiron, ein Social-Start-up, welches im März 2015 gegründet wurde, hat sich mittels ihrem Online- Programm als Ziel gesetzt, bestehende Barrieren auf dem Weg zur Hochschulbildung für Flüchtlinge abzubauen. Sie studieren zwei Jahre online und danach absolvieren sie in einem Jahr das Studium regulär an einer Hochschule– das ist das Modell des Social Startup. Kiron ist selbst jedoch keine anerkannte Hochschule, sondern bietet den Teilnehmer/innen des Programms die Möglichkeit, an eine der 15 Partnerhochschulen zu wechseln, um nach der Option auf Anrechnung der bei Kiron erworbenen Online-Leistungen einen Bachelor-Abschluss zu erhalten.
Die Schüler/innen schäumten vor Fragen nach diesem Vortrag regelrecht über. Aber wie hilft dieses Start-up schließlich der Gesellschaft? Seit der Flüchtlingskrise 2015 haben es lediglich ein Prozent der Flüchtlinge geschafft, sich für ein Studium einzuschreiben. Denn um in Deutschland zu studieren, müssen sie ihre Identität, einen Schulabschluss, Deutschkenntnisse und die Anerkennung ihrer Schutzbedürftigkeit durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nachweisen oder es fehlt an dem Geld für die Studiengebühren. Mit der Hilfe solcher Organisationen bekommen nun auch Flüchtlinge mit eingeschränkten deutschen Sprachkenntnissen die Möglichkeit sich weiterzubilden. Kiron erhielt große Aufmerksamkeit durch verschiedene Medien, welches dazu folgte, dass mehr und mehr Flüchtlinge aufmerksam auf diese Möglichkeit wurde. Heute besteht das Start-up nach 2 Jahren aus 70 Mitarbeiter/innen, 400 freiwilligen Helfer/innen und hat über 2700 Studierenden und es werden immer mehr. Immer mehr Studierende, welche sich dieser Herausforderung stellen, nachdem sie unfreiwillig ihre Heimat verlassen haben, um in Deutschland ein sicheres und gutes Leben führen zu können – und dies mit der Chance auf Bildung.
Letztendlich kann ich sagen, dass der Besuch bei Kiron sehr bereichernd war und uns allen vor Augen geführt hat, was für Chancen eLearning im Zeitalter der Digitalisierung unserer Gesellschaft zu bieten hat. Wir möchten dem Unternehmen und dem Referenten danken, dass sie Zeit für uns gefunden haben und uns gezeigt haben, dass Digitalisierung die Welt vorantreiben und wie in ihrem Fall, als Schlüssel zur Integration dienen kann.

Von Melina Rozehkhan

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